Welche Lebensmittel sind wichtig und wie führt man sie ein?

Erdnuss, Ei, Milch, Fisch bei der Einführung von Allergenen sind viele Eltern unsicher. Wann darf mein Baby was essen? Muss ich allergieauslösende Lebensmittel möglichst lange aufschieben? Und woran erkenne ich überhaupt, ob mein Baby allergisch reagiert? Die gute Nachricht: Du musst Allergene nicht kompliziert behandeln. Entscheidend ist, dass dein Baby geeignete Lebensmittel im passenden Alter und in einer sicheren Form kennenlernt.

Was sind Allergene überhaupt?

Allergene sind Bestandteile eines Lebensmittels, auf die das Immunsystem bei manchen Menschen überempfindlich reagiert. Ein Lebensmittel kann also für die meisten Menschen völlig unproblematisch sein und bei einem anderen Kind eine allergische Reaktionen auslösen.

Zu den häufigsten Auslöser von Nahrungsmittelallergien im Kindesalter gehören unter anderem Hühnerei, Kuhmilch, Erdnuss, Nüsse, Weizen, Sesam, und Soja.

Wichtig: Allergene bedeutet nicht automatisch „gefährlich“. Die meisten Kinder vertragen diese Lebensmittel problemlos.

Welche Allergene gibt es

Welche Allergene sind für Babys besonders wichtig?

Für die Beikost spielen vor allem diese Lebensmittel eine Rolle:

  • Hühnerei
  • Erdnuss
  • Nüsse und Mandeln
  • Kuhmilch
  • Weizen und andere glutenhaltige Getreide
  • Fisch
  • Soja
  • Sesam

Darüber hinaus gibt es weitere kennzeichnungspflichtige Allergenewie Sellerie, Senf, Lupinen, Krebstiere, Weichtiere und Schwefeldioxid. Sie spielen bei der normalen Beikosteinführung allerdings eine deutlich kleinere Rolle.

Wann sollte ich Allergene einführen?

Du musst allergene Lebensmittel nicht versöhnlich vermeiden oder möglichst spät einführen.

Die derzeit in Deutschand geltenden Empfehlungen sehen vor, mit der Beikost frühestens mit Beginn des 5. und spätestens mit Beginn 7.Lebensmonats zustarten, abhängig davon, ob dein Baby bereit dafür ist. auch bei erhöhtem Allegierisko gelten grundsätzlich die gleichen Empfehlungen. Lebensmittel, die häufig Allergene auslösen, müssen dabei nicht ausgeschlossen werden.

 

Das beutetet praktisch:

Wenn dein Baby bereit für Beikost ist, dürfen Allergene Lebensmittel auf den Speiseplan.

Du musst nicht erst wochenlang Gemüse, Kartoffeln und Obst anbieten,  enorm du dich an Ei oder Erdnuss heranwagst.

Einführung Allgene

Wie führe ich Allergene richtig ein?

Hier gilt: Klein anfangen und eine sichere Dareichungsform wählen.

Ein neues allergenes Lebensmittel kannst du zunächst in einer kleinen Menge anbieten. Wenn dein Baby es gut verträgt, darf es anschließend regelmäßig Bestandteil der Ernährung sein.

Gerade bei Allergenen wie Erdnuss und Nüssen ist die Form besonders wichtig.

Ganze Nüsse oder Nussstücke gehören nicht in. Babyhand. Sie können leicht in die Atemwege gelangen. Nüsse müssen deshalb feingemahlen oder als geeignetes Nussmus angeboten werden.

Beispiele für eine sichere Einführung

Ei: Gut durchgegartes Ei, beispielsweise im Gemüsebrei, Omelett oder als Bestandteil anderer geeigneter Speisen.

Milch: Kuhmilch kann in kleinen Mengen als Bestandteil der Beikost verwendet werden, z.B. im Milch-Getreide-Brei. Sie ist jedoch nicht als Hauptgericht im ersten Lebensjahr gedacht.

Fisch: Gut durchgegart und grätenfrei im Gemüse-Kartoffel-Brei.

Weizen: Zum Beispiel über Brot, Nudeln oder Getreideprodukten in einer für dein Baby geeigneten Konsistenz.

Sesam: Als feiner verarbeitetes Tahin, das in eine Speise eingerührt wird.

Soja: Im Form von geeignet zubereiteten Sojaprodukten.

Muss ich jedes Allergen einzeln testen?

Du musst nicht aus jedem Essen einen wissenschaftlichen Test machen.

Für den Alltag kann es aber sinnvoll sein, neue besonders allergene Lebensmittel zunächst einzeln und in kleiner Menge anzubieten. So kannst du leichter nachvollziehen, was dein Baby gegessen hat, falls tatsächlich eine Reaktion auftritt.

Wenn ein Lebensmittel gut vertragen wird, sollte es nicht nach einmaligem Probieren wieder monatelang vom Speiseplan verschwinden. Eine abwechslungsreiche Ernährung, in der mögliche Allergene nicht grundsätzlich ausgeschlossen werden, wird empfohlen.

Woran erkenne ich eine allergische Reaktion?

Eine allergische Reaktion kann sich auf unterschiedliche Weise zeigen.

Mögliche Beschwerden sind beispielsweise:

  • Rötungen oder Quaddeln auf der Haut
  • Schwellungen, zum Beispiel an Lippen oder Augen 
  • Erbrechen
  • Bauchschmerzen oder Durchfall
  • Husten oder Atemprobleme
  • Heiserkeit
  • ungewöhnliche Müdigkeit oder Teilnahmslosigkeit

Eine leichte Rötung rund um den Mund bedeutet allerdings nicht automatisch, dass dein Baby allergisch ist. Gerade bei Babys kann die Haut durch saure oder reizende Lebensmittel auch einfach irritiert werden.

Entscheidend sind deshalb immer Art, Stärke und Verlauf der Beschwerden.

Was mache ich, wenn mein Baby reagiert?

Bei einer leichten, unklaren Reaktion solltest du das betreffende Lebensmittel zunächst nicht weiter anbieten und die Reaktion beobachten. Sprich anschließend mit deiner Kinderärztin oder deinem Kinderarzt.

Bei Atemnot, deutlichen Schwellungen, Kreislaufproblemen, Bewusstseinsstörungen oder einer rasch zunehmenden schweren Reaktion handelt es sich um einen Notfall. Dann sofort den Notruf 112 wählen.

Eine vermutete Lebensmittelallergie sollte ärztlich abgeklärt werden. Zur Diagnostik können unter anderem die Krankengeschichte sowie Haut- oder Bluttests und gegebenenfalls eine ärztlich überwachte Provokation eingesetzt werden.

Und was ist mit einem erhöhten Allergierisiko?

Hat dein Baby beispielsweise ein Elternteil oder Geschwisterkind mit einer atopischen Erkrankung wie Neurodermitis, Asthma oder einer Nahrungsmittelallergie, kann ein erhöhtes Allergierisiko bestehen. 

Das bedeutet aber nicht, dass dein Baby allergene Lebensmittel grundsätzlich meiden sollte.

Auch für Babys mit erhöhtem Allergierisiko wird eine vielfältige Beikost empfohlen, in der mögliche Allergene nicht vorsorglich ausgeschlossen werden. 

Bei bereits bestehenden starken Hautproblemen, einer bekannten Lebensmittelallergie oder einer früheren Reaktion auf ein Lebensmittel solltest du die Einführung neuer Allergene allerdings mit der behandelnden Kinderärztin oder dem behandelnden Kinderarzt besprechen.

Das Wichtigste auf einen Blick

Du musst vor Allergenen keine Angst haben, aber du solltest sie bewusst und sicher anbieten.

  • Allergene müssen nicht grundsätzlich vermieden werden.
  • Mit Beginn der Beikost können auch allergene Lebensmittel eingeführt werden.
  • Starte mit kleinen Mengen und altersgerechten Zubereitungsformen.
  • Nüsse niemals ganz oder in Stücken anbieten.
  • Wird ein Lebensmittel gut vertragen, darf es regelmäßig wieder auf dem Speiseplan stehen.
  • Bei auffälligen Reaktionen das Lebensmittel zunächst weglassen und ärztlich abklären lassen.
  • Bei schweren Reaktionen oder Atemproblemen gilt: 112.

Der wichtigste Gedanke dabei ist: Allergene einzuführen bedeutet nicht, dein Baby bewusst einer Gefahr auszusetzen. Es bedeutet, ihm eine abwechslungsreiche Ernährung zu ermöglichen  mit der nötigen Sicherheit.


Damit du nicht alles im Kopf behalten musst: Meine Beikost–Checkliste gibt Dir zu jedem Lebensmittel direkt zum Abhaken.